BAföG-Reform: Das ändert sich für Studierende in 2027

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Bundesregierung plant höhere Bedarfssätze, mehr Wohnkostenpauschale und vereinfachte Antragstellung

Die Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD haben sich im Grundsatz auf eine 30. BAföG-Novelle geeinigt. Mit den geplanten Änderungen sollen die Förderleistungen schrittweise erhöht und das Antragsverfahren vereinfacht werden. Der Gesetzentwurf soll Ende Juli 2026 in das Bundeskabinett eingebracht werden.

Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft die Wohnkostenpauschale. Diese soll von derzeit 380 Euro auf 440 Euro steigen. Die Erhöhung tritt jedoch erst zum Sommersemester 2027 in Kraft. Auch der BAföG-Grundbedarf wird in zwei Schritten auf das Niveau der Grundsicherung angehoben. Zum Wintersemester 2027/28 steigt der Bedarfssatz auf 503 Euro. Eine weitere Erhöhung auf 563 Euro ist zum Sommersemester 2029 vorgesehen. Darüber hinaus sollen die Freibeträge künftig jährlich um 1,5 Prozent steigen. Dadurch sollen Einkommensentwicklungen regelmäßiger berücksichtigt werden.

Auch bei der Antragstellung sind Änderungen geplant: BAföG-Anträge sollen künftig ausschließlich über das bundesweite Portal BAföG Digital eingereicht werden können. Außerdem soll der bislang ab dem fünften Fachsemester erforderliche Leistungsnachweis entfallen. Ziel ist es, das Förderverfahren zu vereinfachen und bürokratische Hürden für Studierende abzubauen.

Kritik an der Reform

Die angekündigten Änderungen werden zwar grundsätzlich begrüßt, stoßen jedoch auch auf Kritik. Vor allem die späten Zeitpunkte der Erhöhungen werden bemängelt. Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks, weist auf die Herausforderungen hin:

„Die aktuellen Studierenden sind gekniffen. Sie müssen ein weiteres Semester mit zu geringer Förderung von 380 Euro auf einem Wohnungsmarkt zurechtkommen, der von ihnen deutlich höhere Durchschnittsmieten verlangt. Ein einfaches WG-Zimmer kostet im Bundesschnitt bereits 512 Euro.“

Angesichts steigender Mieten und Lebenshaltungskosten seien schnellere und umfassendere Verbesserungen notwendig, um Studierende wirksam zu entlasten.

Petition für ein zukunftsfestes BAföG

Parallel zur Reform setzt sich eine bundesweite Petition für ein bedarfsgerechtes und zukunftsfestes BAföG ein. Gefordert werden unter anderem eine schnellere Anpassung der Fördersätze sowie grundsätzlich eine bessere finanzielle Absicherung von Studierenden. Hier geht es zur BAföG-Petition.

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