Wo bis vor Kurzem noch schlichter Rasen war, wächst seit dem Frühjahr 2026 etwas Neues heran: ein Gemeinschaftsgarten. Direkt neben dem Wohnheim in der Forststraße 41/43 entsteht eine kleine Oase, in der gegärtnert, gelernt, sich ausgetauscht und einfach auch mal nichts getan werden kann.
Angelegt wurde der Gemeinschaftsgarten im Teamwork mit der Forschungsgruppe HEBEDI der Universität Heidelberg, die untersucht, wie artenreiche Gemeinschaftsgärten Biodiversität und Gesundheit fördern können, sowie den Wohnheimbewohner*innen der Forststraße und dem Hausmeister, der tatkräftig mit angepackt hat. Da die Gartensaison gerade erst begonnen hat, ist auch das Projekt selbst noch mitten im Wachsen.
Ein Garten nach dem Vorbild der Permakultur
Statt wahllos Pflanzen zu setzen, orientiert sich das Projekt an den Prinzipien der Permakultur, einem Ansatz, der natürliche Kreisläufe nutzt, anstatt sie zu stören. Sichtbar wird das zum Beispiel an der Benjeshecke, die aus Totholz und Grünschnitt errichtet wurde und Insekten sowie Vögeln ein Zuhause bietet. Auch bei der Wahl des Saatguts wird bewusst samenfestes Saatgut verwendet. Der Garten kann sich so Stück für Stück selbst erhalten, ohne dass ständig Neues gekauft werden muss. Ergänzt wird das Konzept durch Komposte, die dafür sorgen, dass Nährstoffe im Garten bleiben und in den natürlichen Kreislauf zurückfließen.
Mehr als Obst und Gemüse
Der Gemeinschaftsgarten soll einen Gegenpol zum oft dicht getakteten Studienalltag und den vielen Stunden vor dem Bildschirm bilden. Wer hier gärtnert, kommt automatisch wieder in engeren Kontakt mit der Natur. Aus ein paar Samen wachsen mit der Zeit Kräuter, Gemüse und Obst heran und mit ihnen auch das Gefühl, etwas zu bewirken.
Genauso wichtig wie das Gärtnern selbst ist aber auch der soziale Gedanke dahinter. Der Gemeinschaftsgarten ist eine Art erweitertes Outdoor-Wohnzimmer des Wohnheims und ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, egal, ob mit oder ohne grünen Daumen. Bei regelmäßigen Treffen und gemeinsamen Garteneinsätzen lernen sich diejenigen kennen, die aktiv mit anpacken. Gleichzeitig steht der Garten aber allen Bewohner*innen offen, die dort einfach nur lernen, entspannen oder Zeit verbringen möchten. Genau dieser offene Charakter macht den Garten besonders. Niemand muss gärtnern, um willkommen zu sein.
Getragen von vielen Händen
Finanziell gefördert wird der Gemeinschaftsgarten von der Anstiftung, ProPotsdam und dem AStA der FHP. Getragen wird das Projekt vom Verein Facetten der Kulturarbeit e.V., der die Fäden zusammenhält und das Vorhaben in der Forststraße begleitet. Wer in der Forststraße wohnt und Lust hat mitzugärtnern oder sich mit Gestaltungsideen und kreativen Vorschlägen einzubringen, ist herzlich eingeladen, der WhatsApp-Gruppe beizutreten.